Wasserdicht oder nicht???
Belastbarkeitsgrenzen einer Uhr
Oftmals schwindet schon in den ersten Urlaubstagen die Freude an der
Neuerworbenen wasserdichten Uhr. Der Sprung ins kühle Nass nach dem
ausgiebigem Sonnenbad verursacht eine schockartige Luftabkühlung in der
Uhr. Folge: Kleine Kondenswasserperlen trüben das Uhrenglas. Und dann
folgt auf dem Ärger im Urlaub die Enttäuschung bei der Reklamation beim
Händler.
Das über die Wasserdichtheit von Uhren in Verbraucherkreisen viele
Missverständnisse vorliegen, darauf verweist der Verband der Deutschen
Uhrenindustrie e.V.. Für die Belastbarkeit und die Beanspruchung von
wasserdichten Uhren bestehen Normvorschriften, d.h. Prüfvorschriften für
die
Hersteller, nach denen sich wasserdichte Uhren in drei Kategorien
einteilen lassen.
Zu unterscheiden sind wassergeschützte Uhren und wasserdichte Uhren mit
einer Prüfangabe, z.B. 5 bar nach DIN 8310. Davon scharf zu trennen sind
ausgesprochene Taucheruhren für Sport und Profizwecke nach DIN 8306.
Eine Uhr ist als „wasserdicht" zu bezeichnen, wenn sie gegen Schweiß,
Wassertropfen, Regen oder beim Eintauchen bis zu einer Wassertiefe von
einem Meter für die Dauer von 30 Minuten widerstandfähig ist. Sie ist
für den täglichen Gebrauch bestimmt und eignet sich nicht für ein
ausgiebiges Sonnenbad mit einem anschließenden Sprung in das kühle Nass.
Der plötzliche Temperaturunterschied, aber auch intensive
Sonnenbestrahlung sowie Hitze strapazieren das Dichtungsmaterial und
können die Freude an der wasserdichten Uhr schnell trüben.
Trüb kann auch das Uhrenglas werden, das durch plötzliche
Temperaturschwankungen, Stoßbeschädigung o.ä. eine Vielzahl von feinen,
im einzelnen vom menschlichen Auge gar nicht zu erkennenden Haarrissen
erhält.
Ist die wasserdichte Uhr zusätzlich mit der Angabe eines Prüfdruckes in
bar oder mit einer entsprechenden Meterangabe versehen, so weisen diese
Angaben auf eine höhere Druck und Temperaturbelastbarkeit hin. Aber auch
hier ist zu bemerken, dass es sich bei diesen Druckangaben um
Prüfvorschriften handelt, die nicht als Tauchtiefen missverstanden
werden dürfen.
Ganz andere Anforderungen an die Belastbarkeit werden hingegen an die
Taucheruhren gestellt. Taucheruhren müssen außer der
Widerstandsfähigkeit gegenüber Wasserdruck, stoßsicher und
antimagnetisch sein, über einen Skaleneinstellring verfügen sowie eine
sichere Armbandbefestigung haben. Funktionssicherheit und gute
Ablesbarkeit der verschiedenen Anzeigen aus einer bestimmten Entfernung
im Dunkeln, müssen ebenfalls gegeben sein.
Der mindestvorgegebene Prüfdruck beträgt bei Taucheruhren 10 bar, 10 atm
oder 100 m, was einer simulierten Tauchtiefe von 100 Metern entspricht;
dies mindestens für den Gebrauch von einer Stunde täglich. So perfekt
diese Uhren für den Gebrauch unter Wasser konstruiert sind, so wenig
sollten sie im Alltag getragen werden. Profitaucher behandeln ihre Uhren
wie ein rohes Ei. Sie tragen sie nur zum Tauchen und bewahren sie sonst
in geschlossenen Behältnissen auf.
Auszug aus der Zeitschrift „Deutsche Uhrenindustrie"